Die Zentralschweiz muss aufholen
Wo sind die Digitalisierungs-Köpfe in dieser Region? Unter den 100 führenden Personen stammen gerade mal drei aus der Zentralschweiz – das schreibt ein Wirtschaftsmagazin. Die Zentralschweiz, eine digitale Wüste? Nein, aber Aufholbedarf besteht.
Als Ende August das Wirtschaftsmagazin BILANZ die 100 führenden Digitalisierungsköpfe der Schweiz gekürt hatte und bekanntmachte, war die Ernüchterung gross. Nur gerade drei Prozent der so genannten «Digital Shapers» stammen aus den Zentralschweizer Kantonen. Darunter zu finden war Philipp Schmid, Mitinitiant von Digitalswitzerland Zentralschweiz und Vordenker des in Alpnach beheimateten Arms des CSEM (Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique).
Man sollte sich ob der Hundertschaft und den fehlenden einheimischen Vertreterinnen und Vertretern nicht nervös machen lassen. Erstens ging es im Magazin um Persönlichkeiten und nicht um den Digitalisierungsgrad in Wirtschaft, Verwaltung und Bildung. Und zweitens war die Momentaufnahme unter anderem der Baisse in den Krypto-Aktivitäten geschuldet: Zug blieb zum Beispiel fast komplett aussen vor. Auch Stefan Muff, Gründer und Eigentümer der Luzernischen, aber international tätigen Axon Gruppe, fand keine Aufnahme – immerhin der amtierende «Entrepreneur of the Year», gewählt in einem anspruchsvollen Selektionsverfahren durch die Beratungs- und Prüfungsfirma EY.


Und doch, die Selektion öffnet hier und dort die Augen: Die Zentralschweiz kann und muss ein paar Schritte tun, will sie im Feld der Digitalisierung zu einem ernst zu nehmenden Standort für Wirtschaft, Verwaltung und Bildung werden. Genau dieses Ansinnen verfolgt die letztes Jahr erstmals öffentlich in Erscheinung getretene Interessensgemeinschaft Digitalzentralschweiz (www.digitalzentralschweiz.ch), die unter dem Dach von Digitalswitzerland (www.digitalswitzerland.com) aktiv geworden ist und hinter den Kulissen an einem Netzwerk der Interessierten arbeitet.
In Erscheinung tritt Digitalswitzerland Zentralschweiz, so der offizielle Name, spätestens am Donnerstag, 20. Oktober, wenn sich im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern die Entscheiderinnen und Entscheider von Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Bildung der Zen-
tralschweiz auf Einladung treffen. «Mindset» heisst das Thema der geschlossenen Tagung, an der das spielerische Erfahren und der smarte Austausch von Ideen im Vordergrund stehen werden.
Doch schon in den Tagen zuvor wird Digitalswitzerland Zentralschweiz an drei öffentlich zugänglichen Standorten zum Ausprobieren und Nachdenken über Digitalisierung laden. Am Dienstag, 18. Oktober, macht die so genannte «Bubble» in Einsiedeln halt. Tags darauf ist sie in Rotkreuz, bevor sie am Donnerstag auf dem Kapellplatz in Luzern zum Experimentieren und Kennenlernen bittet. Verschiedene Institutionen stellen sich und ihre Aktivitäten vor, die Schwerpunkte Ökologie, Förderung von Frauen und Next Generation stehen dabei im Mittelpunkt (mehr auf den Seiten 16 und 17 in dieser STADTSICHT-Spezialausgabe). Damit schon bald mehr Zentralschweizer Köpfe auf den Digitalisierungs-Listen erscheinen und die Aktivitäten im Bereich Digital stärker vernetzt und dadurch wirksamer auftreten können.

Das ist Digitalswitzerland Zentralschweiz
Hinter digitalswitzerland Zentralschweiz stehen führende Unternehmen aus der Zentralschweiz, Startups und KMUs, alle sechs Kantone und ihre Vertreterinnen und Vertreter, Bildungsstätten wie Hochschulen, Institutionen wie Wirtschaftsförderungen, Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ, CSEM, Innovations-Transfer Zentralschweiz ITZ und viele andere. Sie wollen eine einzige Adresse in der Zentralschweiz für das Thema Digitalisierung schaffen, neuste internationale Entwicklungen sichten und austauschen sowie in der breiten Bevölkerung das Verständnis und das Wissen von und über die Digitalisierung und ihre Themen wecken und vergrössern. Gründungsmitglieder sind: AXON, Luzern; BA Media,
Luzern; CSEM, Alpnach; EY, Luzern;
Hirschengraben Coworking+Innovation,
Luzern; Hochschule Luzern HSLU; IHZ; ITZ;
Luzern Business.
Für alle SINNE: «DigiTrail» im Verkehrshaus
digitalswitzerland Zentralschweiz führt zusammen mit dem Verkehrshaus der Schweiz in Luzern den «DigiTrail» fort – er ist eine Ausstellung der besonderen Art mitten in der Ausstellung. Der digitale Parcours besteht aus Objekten aus dem Bereich der Digitalisierung, die Zentralschweizer Unternehmen zur Verfügung stellen. Die Bedienung und Darstellung der Anwendungen sind in der Ausstellung mit analogen Objekten verbunden. Sie sind so konzipiert, dass das Publikum seine Freude daran finden wird, und sie dienen dazu, die Digitalisierung erfahrbar zu machen. Mit Spass und mit Lerneffekten.
Eine Plattform für Erfindungen
Die Posten und Objekte des «DigiTrails» regen zum Nachdenken über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung an. Das Verkehrshaus, das meistbesuchte Museum der Schweiz, wird mit der Präsenta-tion von Möglichkeiten der Digitalisierung eine attraktive Plattform für neue innovative Erfindungen sein – dies nachvollziehbar für alle, und in einer ansprechenden Sprache und Ästhetik umgesetzt. Lassen Sie sich überraschen!

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